Es ist wieder so weit...

... ich kehre Deutschland erneut den Rücken zu; diesmal am 14. August 2013 mit dem Ziel Granada in Nicaragua/ Zentralamerika. Schon seit einigen Jahren spukt in meinem Kopf die Idee herum, dass ich gerne Freiwilligenarbeit leisten möchte. Doch komischerweise ist es wirklich teuer, wenn man seine Arbeit für lau anbieten möchte.

Nach erneuter und tiefergehender Recherche habe ich mich für Nicaragua entschieden. Gutes Tun und dann auch noch nebenbei Spanisch lernen und eventuell das Land erkunden, das hört sich doch fabelhaft an. Schon während meiner Reise durch Zentralamerika 2009/ 2010 habe ich mich in dieses Fleckchen Erde verliebt. Die Menschen, das Klima, die Landschaft dort sind einfach unbeschreiblich…

 

Die Organisation, für die ich ab dem 16. August tätig bin, trägt den Namen Proyecto Mosaico. Der Verein unterstützt seit 15 Jahren lokale Organisationen und Initiativen in Mittelamerika; schwerpunktmäßig in den Bereichen Bildung & Soziales, Frauen und Umwelt. Vom Büro in Granada aus werde ich in der Verwaltung helfen und als „Freiwilligenkoordinatorin“ Freiwillige an die verschiedene Organisationen und Projekte in Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Nicaragua und Panama weitervermitteln. Nach einem ersten Telefonat oder E-Mail-Kontakt ist es dann Sabrinas (meine Vorgesetzte) und meine Aufgabe die Helfer aus aller Welt dem passenden Projekt zuzuordnen; natürlich nach deren Wünschen, Vorkenntnissen und Können. Proyecto Mosaico unterstützt so die lokalen Projekte bei der Akquise von Freiwilligen, bei der Projektplanung und –durchführung, berät und sammelt Geld- und Sachspenden. Die Freiwilligenprojekte (augenblicklich 40 Stück) reichen von Unterstützung in der Schule durch Englisch- oder Musikunterricht, soziale Arbeit im Kinderheim, Kunst- und Sport-Workshops; Arbeit in Projekten für körperl. und geistig behinderte Kinder, Arbeit in einer Dorf-Bibliothek, Umweltschutz-Bildungsarbeit mit Kindern, Arbeit im Schildkrötenreservat bis zu Workshops und Initiativen für Frauen und Kinder in Missbrauchsgefahr (um nur mal ein paar zu nennen).

 

Ich weiß noch, als ich 2010 in Granada ankam, war ich zunächst total fasziniert von der Stadt (drittgrößte Nicaraguas) mit den vielen alten wunderschönen Gebäuden, dem Vulkan auf der einen Seite und dem See auf der anderen Seite und dann (bei genauerer Betrachtung) erschrocken über den Zustand der Umwelt. In die Zuflüsse zum See  - dem „Lago de Nicaragua“/ Nicaraguasee (nach dem Titikaka-See der zweitgrößte Süßwassersee Südamerikas) werden Abwasser, Waschwasser, Abfälle hinein geleitet. Wie das gestunken hat… Natürlich haben die Menschen in Nicaragua größtenteils ganz andere Probleme, sie müssen oftmals ums Überleben kämpfen und Umweltschutz steht da mitunter an letzter Stelle. Deshalb ist es so wichtig, dort behutsam „Hilfe zur Selbsthilfe“ und Aufklärung zu leisten und nicht als oberschlauer, besserwisserischer Europäer mit dem erhobenen Zeigefinger aufzukreuzen (obwohl ich das doch so gut kann… ).

 

Das Haus meiner Gastfamilie liegt in einem ruhigen Viertel genau gegenüber der Polizei und neben der Grundschule, das ist sehr beruhigend, ist doch Granada genau die Stadt in der bei meinem letzten Aufenthalt mein Hostel überfallen und ausgeraubt wurde (mit Ausnahme meines Rucksacks *puuuh*). Aber ich bin ohnehin der Meinung, dass es (wenn man sich in letzter Zeit die Nachrichten mal anschaut) in Deutschland leider auch nicht mehr viel sicherer als in Nicaragua ist.

Also, ich bin gespannt was dort so passiert und was ich dann hier zu berichten habe! Bleibt dran!

LG, Verena 

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