Dengue-Fieber, Erwin Pelzig und Visaprobleme

Ende Oktober wurde in Nicaragua Alarmstufe „Rot“ wegen des Denguefiebers ausgerufen. Im Moment sind in ganz Mittelamerika mehr als 94.000 Menschen daran erkrankt und allein in Nicaragua auch schon mindestens 19 Menschen gestorben. Honduras hatte wegen des Dengue-Ausbruchs bereits Ende Juli den nationalen Notstand ausgerufen. Costa Rica meldete die schwerste Epidemie seit zehn Jahren. In Paraguay spricht man sogar von der "schlimmsten Dengue-Epidemie in der Geschichte des Landes“ mit mehr als 240 Toten. Einige unserer Freiwilligen in León und ein Bekannter hier in Granada hatten das Fieber leider auch schon. Es geht ihnen aber schon wieder gut. 

 

Die nicaraguanische Regierung geht gegen das Denguefieber* vehement vor indem sie Informationen im Fernsehen und Radio sendet, die aussagen, dass man seinen Patio (Hinterhof/Garten) sauber und frei von stehenden Gewässern (Brutplätze der Mücken) halten soll. Autoreifen sind besonders beliebt bei den Mücken und sollten auch nirgends lagern. Außerdem werden in regelmäßigen Abständen die Straßen mit Insektenvernichtungsmittel eingesprüht.

 

Vorletzte Woche war dann Großaktion bei uns im Büro und in der gesamten Straße angesagt, weil es in der Nachbarschaft einen Dengueverdachtsfall gab. Wir mussten alle Lebensmittel verpacken und durften dann für eine Stunde das Büro räumen während ein junger Mann (ohne Handschuhe und Atemschutzmaske…) das Haus mit Kerosin eingenebelt hat. Ob die Mücken wirklich davon vertrieben oder umgekommen sind, kann ich nicht sagen, aber auf jeden Fall sind sämtliche andere Viecher aus ihren dunklen Verstecken gekrochen: Kakerlaken, Geckos und sogar ein mittelgroßer schwarzer Skorpion!

Ich bin froh, dass bald der Sommer und somit die Trockenzeit beginnt und es dann weniger regnen wird. Dann wird es hoffentlich (!!!) weniger Mücken geben. Ich schlaf auf jeden Fall unter meinem Moskitonetz und sprüh mich immer gut ein. Meine Beine und Füße die am Anfang so dermaßen zerkratzt waren, sehen schon sehr viel besser aus. Ich weiß allerdings nicht ob es daran liegt, dass ich mich mehr einsprühe und die kleinen Scheißerchen mich weniger stechen, ich weniger kratze oder ich das jucken einfach nicht mehr so spüre… Egal, Hauptsache besser und bisher fieberfrei!

 

Letzte Woche hab ich dann auch das Fernsehen mal wieder für mich entdeckt und hab das erste Mal meinen Fernseher in meinem Zimmer eingestöpselt. Das erste was ich entdeckt hab war DW (Deutsche Welle) und das erste was ich geschaut hab war „Pelzig hält sich“. Fränkisch mit Erwin Pelzig!!! YAY! War sehr lustig. Ich wechsel zurzeit immer zwischen amerikanischen Serien mit spanischem Untertitel, amerikanischen Filmen die ins spanische übersetzt wurden und DW. Ich hab mindestens schon 10 Bücher gelesen seit ich hier bin, wurde mal wieder Zeit für ein bisschen seichte Unterhaltung!

 

Vergangenen Mittwoch wollte ich mein Visum hier in der Migración in Granada verlängern lassen. Leider hatte ich den Fehler gemacht zu sagen, dass ich Freiwillige bin und der Typ in der Migración wollte dann alles über Proyecto Mosaico wissen. Weil wir aber keinen NGO-Status hier in Nicaragua haben hat er dann gleich gesagt ich muss zur Migración nach Managua und das mit denen klären. Man hat mich das genervt. Ich leiste hier Freiwilligenarbeit, helfe einer Familie indem ich bei denen wohne und Miete zahle und gebe mein ganzes Geld in Nicaragua aus! So ein Schwachsinn mir da bei der Verlängerung des Visums solche Steine in den Weg zu legen!!! Bosco war dann so nett und hat sich angeboten mich am nächsten Tag morgens nach Managua zu begleiten (in seinem Auto, also zum Glück kein Bus-Taxi-Busfahren in Managua). In Managua hab ich dann auch gesagt, ich bin aus touristischen Gründen hier in Nicaragua und dann war die Verlängerung auch kein Problem mehr! Kostet 45 Euro (inkl. Strafgebühr für’s einen Tag überziehen). War insgesamt ein lustiger Ausflug! Im Februar muss ich dann nach Costa Rica ausreisen, da man nur 1x verlängern kann. Aber es gibt Schlimmeres als nach Costa Rica auszureisen J

*Infos zu Dengue (Quelle Weltgesundheitsorganisation )

 

>>Denguefieber ist eine Vireninfektion, die von Mücken auf den Menschen übertragen wird. Die Krankheit wird auch als Knochenbrecherfieber bezeichnet und kann bis zu zehn Tage nach dem Mückenstich auftreten. In schweren Fällen kann die Vireninfektion zum Tod führen. Jährlich erkranken weltweit bis zu hundert Millionen Menschen. Die Zahl der Todesfälle ist dank Früherkennung und medizinischer Versorgung relativ gering.

Etwa 2,5 Prozent der schweren Fälle (etwa 500.000 im Jahr) enden tödlich. Denguefieber wird nur von den Weibchen der beiden Mückenarten Aedes aegypti und Aedes albopictus auf den Menschen übertragen. Nicht alle Weibchen tragen das Virus in sich, sie müssen sich erst selbst anstecken. Das geschieht, wenn sie einen Menschen stechen, der Denguefieber hat.

Nach einer Inkubationszeit von vier bis zehn Tagen kann eine Mücke das Denguevirus für den Rest ihres Lebens auf Menschen übertragen. Eine Impfung oder eine spezialisierte Behandlung gibt es nicht. Ärzte können nur die Symptome der Erkrankung behandeln, also zum Beispiel das Fieber senken und die Schmerzen lindern. Wichtig ist auch, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. In schweren Fällen haben viele Betroffene nämlich mehr als 20 Prozent weniger Blutplasma im Körper als gesunde Menschen.

 

Aktuell ist Prävention das beste Mittel gegen Denguefieber. In Singapur und Malaysia ist es verboten, Wasser in offenen Gefäßen zu lagern. Der Grund ist, dass Mücken in solchen Behältern brüten. Wichtig ist auch, Müll so zu entsorgen, so dass dort keine Wasserpfützen entstehen. Autoreifen sind bei den Mücken zum Beispiel besonders beliebt.Die Behörden besprühen sie deshalb oft mit Insektengift.

Wenn Denguefieber bereits ausgebrochen ist, werden ganze Wohnviertel mit Insektiziden besprüht. Nur so können die infizierten Mücken getötet werden.<< 

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