MATAGALPA

Vorletztes Wochenende waren wir in Matagalpa im Norden. Die Landschaft, das Klima und die Menschen sind ganz anders als in Granada: Es ist kühler (ich hatte ein Strickjäckchen und einen Schal an!!!), es gibt Hügel/ Berge, Regenwald, ganz viele Geier und die Menschen sind auch irgendwie nicht so touristengeschädigt wie in Granada.

 

 

Nachdem wir uns früh um 4:30 Uhr aus dem Bett quälten um den Bus nach Masaya zu bekommen kamen wir dort um 6 Uhr an. Markttrubel: unglaublich viele Menschen und Tiere und Obst und Gemüse und unzählige andere Produkte. Die Busfahrt nach Matagalpa war dann auch sehr unterhaltsam, ich saß zwar ein bisschen doof mit einer halben Pobacke neben einer aufgedrehten Frau die den halben Bus kannte und ihrem Sohn. Verkäufer, Heilsbringer, Medikamentenverkäufer gaben sich die nicht vorhandene Klinke in die Hand und so fuhr man 2,5 Stunden gen Norden. So wie es sich für eine anständige Busfahrt in Lateinamerika gehört sind wir auch einmal liegengeblieben, der Motorschaden wurde aber innerhalb von 30 min mit, ich schätze mal Kaugummi, einem Stück Draht und etwas Zahnseide, repariert - McGyver lässt grüßen. Spaß beiseite: die Busfahrer waren sehr gut ausgerüstet mit Werkzeugen und waren auch echt fix mit der Reparatur fertig.

 

In Matagalpa angekommen, stolperten wir erst einmal auf der Suche nach Kaffee über den Mercado Norte. Fündig wurden wir dann im Zentrum und genossen ein tolles Frühstück. Danach trafen wir uns mit Gloria von unserem Partner-Projekt ANIDES. Sie erklärte uns was alles zu dem Projekt gehört und verabredete sich mit uns für den nächsten Tag für einen Ausflug zu einer Kaffeefarm. Antonias Kumpel Bayardo war dann mittlerweile auch schon angekommen, also trafen wir uns mit ihm. Er hatte uns netterweise eingeladen bei ihm im Haus zu übernachten und als Dank dafür bekochten ihn dann noch mit typisch deutschen Spezialitäten (mediterranes Ofengemüse, Salat und Kartoffelbrei, höhöhö).

 

Am nächsten Morgen ging’s zunächst hoch zum Aussichtspunkt. Wir freuten uns wie Bolle auf die Fahrt, weil wir Pick-Up fahren durften! Hinten auf der Ladefläche! War saulustig, vor allem über die ungepflasterten löchrigen Straßen! Von dort aus fuhren wir zu einer Kaffeefarm wo uns Don Jesus freundlich begrüßte. Er erzählte uns viel über den Anbau von Kaffee, die Ernte und auch über den Verkauf/ Vertrieb. Ein Erntehelfer schleppt pro Tag 120 kg Kaffee durch unzugängliches Gelände und bekommt dafür max. 10 Euro (für einen ganzen Tag harter Arbeit!). Starbucks, einer der Hauptabnehmer in der Region, bezahlt für 20 kg Kaffee gerade mal 1 Euro. Wenn man jetzt 7 g Kaffee pro Tasse kalkuliert (wie wir ja so schön in der Berufsschule gelernt haben) und den Preis eines Kaffees in Starbucks bei ca. 3,50 anberaumt, kann man sich so ungefähr die Gewinnspanne ausrechnen…

 

Am Nachmittag fuhren wir dann mit Bayardo zum Selva Negra Mountain Resort. Selva Negra bedeutet Schwarzwald, das kommt von den deutschen Einwandereren die sich im 19. Jahrhundert hier angesiedelt haben. Leider spielte das Wetter nicht so mit und wir sind dann nur schnell um den See gelaufen und haben es uns dann im Restaurant gut gehen lassen. Den Abend ließen wir danach gemütlich auf der Couch ausklingen (eingemummelt in eine Decke!!!). Am nächsten Morgen mussten wir schon wieder gegen 4:30 Uhr aufstehen um mit Bayardo und seinem Arbeitskollegen im Auto nach Granada fahren zu können. Ging sehr viel schneller und bequemer, war aber nicht so spannend wie Busfahren… 

Markt in Masaya

Matagalpa

Kaffeefarm

Selva Negra

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