Guatemala-Reise vom 12. bis 22. Dezember 2013

ANTIGUA

Mitte Dezember war ich für knapp 8 Tage in Guatemala auf Projektbesuchen. Auf der Hinfahrt von Granada bis nach Antigua war ich insgesamt 24 Stunden unterwegs. Erst mit Bosco nach Managua, dort bin ich dann früh um halb 3 mit dem Bus gefahren, über Honduras und El Salvador. In Guatemala Stadt bin ich dann von einem Shuttle abgeholt worden und nach Antigua gebracht worden wo ich dann erstmal erschöpft ins Bett gefallen bin. Vorher hab ich noch die heiße Dusche genossen (ein Hoch auf warmes Wasser!!!). In Antigua hab ich mich zuerst mit unserem Notfallkontakt Lucky getroffen die schon seit Jahren mit Proyecto Mosaico zusammenarbeitet und sich um die Freiwilligen in Guatemala kümmert. Wir hatten einen sehr lustigen Nachmittag und Abend zusammen mit ihren Freunden. Am nächsten Tag hab ich Pedro von unserer Partnerorganisation Tejidos Cotzal (sh. weiter unten) auf der Fair-Trade-Messe in Antigua besucht und abends dann fand ein Meet & Greet mit den Freiwilligen statt. Ich hatte mich echt gefreut weil alle Guatemala-Freiwilligen es geschafft haben an dem Treffen teilzunehmen.

 

Am Sonntag hab ich mir noch etwas die Stadt angesehen und war am Nachmittag auf dem Vulkan Pacaya der etwa 2 Stunden von Antigua entfernt liegt. Auf den Gipfel begleitet haben uns 3 Reiter für den Fall das einer schlappmacht. Ich war natürlich immer die letzte in der Truppe (vor mir lief sogar noch eine ca. 850 Jahre alte halb mumifizierte Österreicherin) also haben sie mich alle 5 min gefragt "Taxi???" Irgendwann bin ich ausgeflippt und hab geschrien sie sollen mich in Ruhe lassen ich hätte Angst vor Pferden - stimmt zwar nicht aber die Typen haben dann endlich Abstand gehalten!!! Die 2 Stunden Aufstieg waren echt nicht leicht für mich unfittes Wesen aber der Ausblick hat sich so was von gelohnt! Wir waren passend zum Sonnenuntergang oben auf etwa 2.300 m Höhe - einfach fantastisch!!! 

 

Am nächsten Morgen ging es dann weiter Richtung Norden zusammen mit Doña Catarina und Pedro um das Projekt in San Juan Cotzal zu besuchen. 

VULKAN PACAYA

CHICHICASTENANGO

In Chichicastenango haben wir eine Nacht Zwischenstopp eingelegt. Abends erkundeten wir erst die Stadt und danach haben wir uns noch den Jahrmarkt angesehen. Nachts konnten wir eine traditionelle Mayazeremonie miterleben und am nächsten Morgen hatten wir ein leckeres Frühstück auf dem wuseligen Markt. Danach ging es noch ca. 5 Stunden weiter mit den Chickenbussen ins Hochland Guatemalas.

 

Auf dem Rückweg waren wir auch noch einmal in Chichi - da fand ein Festival statt mit traditionellen Tänzen und Aufführungen. Wir hatten halt leider unsere großen Rucksäcke dabei sonst hätten wir uns das auch länger angeschaut und nicht nur im vorbeilaufen :)

SAN JUAN COTZAL

In Guatemala war es für meine Begriffe ein bisschen kalt aber ich hatte mir zum Glück in Chichi eine Wolljacke gekauft. Nach der holprigen Anreise nach Cotzal gingen wir zunächst zum Haus von Pedro bei dem ich für 2 Tage übernachten durfte. Es war wirklich interessant aber ich muss ganz ehrlich sagen, länger wäre ich auch nicht dort geblieben. Plumpsklo mit Zeitungspapier, keine Möglichkeit sich zu waschen und der Boden war total verschlammt weil es ja nur festgetretene Erde war und es ständig regnete. Also so wie Camping. Bin ich ja auch nicht der größte Fan von. Aber auf jeden Fall war es ein tolles Erlebnis!

 

Am Abend konnte ich bei einer Posada dabei sein bei der die Jungfrau Maria durch das Dorf getragen wird. Leider hatte ich vor lauter Aufregung meine Kamera vergessen. Aber ich versuche mal zu beschreiben wie es war: Wir stehen also im Dorf, alles ist dunkel denn es gibt keine Straßenbeleuchtung. Die kleinen Mayafrauen stellen sich in 2er-Reihen auf und entzünden ihre Laternen. Die Marienstatue wird von 2 jungen Männern getragen die zwischen den Frauen gehen. Plötzlich fangen die Frauen an wunderschön zu singen. Ich hatte Pipi in den Augen. Es war so schön. Wir liefen also durchs Dorf, ich war die einzige Ausländerin die mitgelaufen ist. Die Marienstatue wurde dann zum Haus von Doña Catarina getragen wo wir noch draußen standen und einem Gottesdienst auf Spanisch und Ixil (Mayasprache) gelauscht haben. Ich war danach zwar komplett durchnässt weil es angefangen hatte zu nieseln und durchgefroren aber es war ein unglaubliches Erlebnis. Pedros Mutter hat mich mit sehr leckerem Essen versorgt und war auch sonst sehr sehr nett. Auch wenn sie nicht viel Spanisch gesprochen hat haben wir uns doch ein bisschen verständigen können. Viele ältere Menschen in den entlegeneren Gegenden Guatemalas sprechen nur ihre Mayasprache, Spanisch lernt man zwar in der Schule doch nicht jeder hat das Glück die Schule besuchen zu können. 

 

Am nächsten Tag haben wir dann das Gemeindezentrum von Tejidos Cotzal besucht wo sich die Frauen der Kooperative treffen, zusammen weben und sich austauschen. Wir haben über den Diebstahl gesprochen und wie die Zukunft der Kooperative aussieht. Die Frauen haben sich für die Hilfe von Proyecto Mosaico und der Spender bedankt und mir gezeigt wie sie weben. Auch zuhause haben wir einige der Frauen besucht. Sie leben unter den einfachsten Umständen und sichern sich ihren Lebensunterhalt durch die Weberei. Beeindruckend. Falls ihr mehr über die Kooperative wissen möchtet und warum ich sie überhaupt besucht habe könnt ihr hier weiterlesen.

 

Am Nachmittag sind wir zum Wasserfall "Humo de Agua" (Rauch des Wassers) gewandert. Ich hatte ja so unglaublich toll gepackt für Guatemala und hatte statt meiner Wanderschuhe meine weißen Turnschuhe dabei. Die waren vom Herumwandern in und um Cotzal schon komplett verschlammt. War ja nicht weiter schlimm. Auf dem Weg zum Wasserfall also blieb ich erst mit dem rechten Fuß stecken. "Toll, schlamm im Schuh. Super." dachte ich mir und lief weiter. Dann blieb ich auch noch mit dem linken Fuß stecken. Und der Schuh blieb im Schlamm. Bei dem Versuch wieder in den Schuh zurückzukommen hab ich irgendwie das Gleichgewicht verloren und fiel rückwärts in den Matsch. YAY! Ich hab so lachen müssen und Pedro, Juan und Maria die bei dem Ausflug dabei waren drehten sich um und lachten gleich mit... Maria musste mir dann helfen aufzustehen weil ich nicht aus dem scheiß Schlamm rauskam! Und was hatte ich an? Meine einzige lange Hose und meine neue weiße Wolljacke!!! Jippie. Sah ich toll aus. Die Hände, und eigentlich mein halber Rücken voller Schlamm liefen wir weiter. Der Weg hat sich wirklich gelohnt, der Wasserfall war sehr imposant. Auf dem Rückweg sind wir dann zu einem der Häuser auf dem Weg gegangen und haben gefragt, ob mich ein bisschen waschen dürfte bei ihnen. Gesagt getan. Auf dem Rückweg blieb dann leider auch noch der Bus stehen - der Tank war leer. Doch irgendwann kamen wir dann wieder in Cotzal an. Die Nacht war kalt und kurz :)

 

LAGO DE ATITLÁN

Am nächsten Morgen um 4.30 Uhr machten wir (Pedro, Juan und ich) uns wieder auf den Weg in den Süden. In Panajachel trennten sich unsere Wege, Pedro und Juan fuhren nach Quetzaltenango (Xela) auf den Markt um Materialen für die Frauen einzukaufen. 

Ich setzte mich zunächst an den See um auf ein Boot nach Santa Cruz la Laguna zu warten. Die Sonnenstrahlen genoss ich in vollen Zügen nachdem ich mir im Norden ein bisschen den Arsch abgefroren hatte...

In Santa Cruz und Panajachel besuchte ich dann noch 2 weitere Projekte mit denen Proyecto Mosaico in Zukunft zusammenarbeiten wird. Bei dem Projekt Casa Milagro hab ich mich sofort in die kleine Anna-Maria verliebt... <3 Die war soooo süß. 

 

An meinem letzten Tag in Guatemala habe ich dann noch die beiden Dörfer San Pedro la Laguna und und San Juan la Laguna besucht wo wir auch mit Projekten zusammenarbeiten. Am Nachmittag hatte ich 5 Stunden Rückfahrt nach Antigua vor mir. Und von dort aus ging es fast 24 Stunden wieder zurück nach Granada. 

 

Es war eine tolle Zeit in Guatemala - nur leider viel viel zu kurz. Es gibt noch sooo viel mehr zu sehen und zu erleben... 

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